E-Books haben Potential. 21,5 Millionen Exemplare wurden 2013 verkauft. Knapp die Hälfte wohl an Amazon – genaue Zahlen gibt es nicht. Fest steht jedoch: Der Handel läuft hinterher. Wenngleich die Aufholjagd der Tolino-Allianz gut läuft, zufriedenstellend ist das noch lange nicht. Und die kleineren Sortimente sind hier noch nicht mal inbegriffen. AK ECOM und AKEP (beide AK des BOEV)* haben Best Practices definiert, die als Empfehlungen für einen funktionierenden Markt dienen. Mit ihnen könnte der Markt mehr vom Potential des E-Books ausschöpfen. Doch sie sind nur die Hausaufgaben. Von Marcel Knöchelmann

E-Book-Markt: Konkurrenz zwischen Sortiment und goldenem Käfig

E-Book-Markt 2013

E-Book-Markt: Entwicklung (© Knöchelmann nach Zahlen des BOEV)

Es geht darum, Kundenwünsche zu bedienen. Das ist wichtig und steht auch in etwa so in der Präambel: “Ziel ist eine Verbesserung der Angebotsstruktur bei den E-Books im Sinne unserer gemeinsamen Kunden.” Gut, dass das da steht, denn Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Denn im Mittelpunkt der Sortimenter steht der Kundennutzen momentan noch nicht, zumindest nicht im Digitalgeschäft. Es wird eher versucht, überhaupt Anschluss zu finden, an den schnellen Markt. Das war ok, aber jetzt kommen die Hausaufgaben.

Was aber wollen die Kunden? Harte DRM sicher nicht – und doch rennen sie in Scharen zu Amazon. Wenn man genau hinsieht, fällt jedoch auf, dass die schlechten Shopsysteme ihre Unzulänglichkeiten mit den harten DRM-Maßnahmen paaren. Letztere nehmen mittlerweile ab, der Trend geht zum direkten Wasserzeichen. Doch der Einkauf, bzw. das gesamte Erlebnis E-Procurement ist eher mäßig anregend.

E-Procurement mit Freude: Maßnahmen für das digitale Erfolgserlebnis

So müssen bspw. Re-Downloads gewährleistet werden. Falls ein Kunde im Sommer seinem Tolino eine Erholung im Pool gönnt, geht seine Bibliothek gleich mit baden. Wenn er kein Back-up – also die Bücher zusätzlich zentral – gespeichert hat, sind alle Bücher endgültig verloren. Hier muss auch nach Jahren noch ein Re-Download gewährleistet werden. Schließlich wird der Kauf formuliert als lebenslanges Nutzungsrecht. Dass der Download nach einem Kauf öfter und auch nach zehn Jahren statt nur bis zu zehn Minuten möglich ist, soll nun Standard werden.

Weitere wichtige Kriterien für den E-Book-Handel sind:

  • vollständige Informationen nicht nur zum Kunden, sondern auch innerhalb der Leistungskette
  • einheitliche Onyx-Daten
  • Transparenz in den Lizenzbestimmungen sowie für den Druck
  • Einheitlichkeit der Angebote
  • Qualitätsstandards wie auch beim Printprodukt
  • Einkauf ohne Hürden
DRM-E-Books 2013

Einsatz technischer Schutzmaßnahmen bei E-Books (© Knöchelmann nach Zahlen des BOEV)

E-Book-Markt mit Zukunft

Insbesondere der letzte Punkt klingt wie ein Weckruf. Das muss er auch sein, denn die Sortimente müssen sich zu einheitlichen Standards zwingen. Amazon kann in Auswahl und Geschwindigkeit –  wohl auch im Komfort beim Kauf – kaum eingeholt werden. Allerdings können Punkte wie Qualität und Kulanz – neben der Kernkompetenz der Beratung… – ein erheblicher Mehrwert der Sortimenter werden.

Man mag gar nicht darüber nachdenken, welche Möglichkeiten sich eröffnen, wenn diese Hausaufgaben erledigt sind. Wenn die DRM-Maßnahmen (siehe Grafik) weiter abnehmen und irgendwann über die tatsächliche Ausschöpfung digitaler Produkte nachgedacht werden kann, im E-Book-Markt mit Zukunft.

Best Practices für E-Books:

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Hier ist das gesamte Dokument “Best Practices für E-Books: Empfehlungen für einen E-Book-Markt mit Zukunft“. Die Urheberrechte liegen vollständig bei den Erstellern AK ECOM und AKEP. Dieses Dokument wurde nach den Buchtagen Berlin 2014 zur Vervielfältigung bereitgestellt.

* AK ECOM = Arbeitskreis E-Commerce, AKEP = Arbeitskreis Elektronisches Publizieren, BOEV = einfach Börsenverein

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